Berühren und Berührt werden

3 Tage im Sonnensteinloft in Linz

Freitag 27.11.26 15:00-19:00

Samstag 28.11.26 10:00-13:00 und 14:30 – 17:30

Sonntag 29.11.26 10:00 – 13:00

Das urmenschliche Bedürfnis nach berühren und berührt werden wird in der CI unaufhörlich bedient. Dies geschieht – etwas überspitzt gesagt – eher nebenher bzw. als Sekundäreffekt, denn die eigentliche Kommunikation zwischen den CI-Tänzer:innen läuft über das Teilen von Gewicht, Momentum und Bewegung. Da bei einer körperlichen Berührung immer auch die seelische Ebene mitschwingt und dies wohl für viele von uns mit ein Grund ist, CI zu tanzen, ergeben sich spannende und notwendige Fragen:

 Wie kann ich in der CI den intensiven Hautkontakt bewusst wahrnehmen, ohne mich von der hauptsächlichen Verbindung über das Gewicht ablenken zu lassen?

 Was ist meine Berührungs-Absicht und wie erkenne ich diejenige meiner Partner:innen?

 Wo liegt der Unterschied zwischen einem ungewohnten und einem unangenehmen Kontakt – wie gehe ich mit Letzterem um?

 Den Jam-Raum zu spüren, ist bereits anspruchsvoll, aber kann ich ihn auch berühren?

 Wie kann ich absichtsvoll und gleichzeitig ergebnisoffen in Begegnung sein?

 Wie gehen Sehen und Fühlen zusammen?

 Gelingt es mir, mich von meiner eigenen Solo-Bewegung berühren zu lassen?

Berührung hat neben der körperlichen Unabdingbarkeit in der CI also auch den Aspekt von seelischer Nahrung. Weiter dient sie dem Erkunden der unmittelbaren Umgebung (wie das bei Babys sehr deutlich zum Ausdruck kommt), der Orientierung sowie dem Erlangen von Vertrauen und Sicherheit. Neben der Haut spielen dabei die Faszien und das Nervensystem eine zentrale Rolle, mit Hilfe derer die nötigen Informationen aufgenommen, verarbeitet und sinnvoll beantwortet werden können.

Als Basis für unser 3-tägiges Erforschen dieser vielfältigen und komplexen Thematik dient die spezifische Sprache der Contact Improvisation. Dazu gehört wie gewohnt die Vermittlung zentraler Prinzipien und Techniken in Bewegung und Wahrnehmung, eine respektvolle Atmosphäre sowie genügend Zeit, das Erlernte im freien Tanz anzuwenden und weiter zu entwickeln.

Offen für TeilnehmerInnen mit Erfahrung in CI.

Was dieser Workshop in dir bewegen kann

Teilnehmende berichten, dass durch die bewusste Auseinandersetzung mit Berührung:

  • die Wahrnehmung für feine Unterschiede im Kontakt differenzierter wird
  • Sicherheit im Umgang mit Nähe wächst
  • die eigene Absicht im Tanz klarer spürbar wird
  • Begegnung im Moment präsenter erlebt wird

Der Workshop kann erfahrbar machen,

wie Berührung als Bewegungsdialog entsteht –

nicht als Ziel, sondern als Teil eines lebendigen Austauschs im Tanz.

Über Adrian Russi:

Adrian Russi unterrichtet Contact Improvisation seit über 20 Jahren im In- und Ausland. Er selber lernte u.a. bei den Begründer:innen Steve Paxton, Nancy Stark Smith und Nita Little. In seinem Unterricht legt er Wert auf differenzierte Wahrnehmung und präzise Bewegungstechnik, sowie eine Kreativität, die dem ausgeprägten Körperbewusstsein entspringt. Die Freude am Spiel und das Sich-Wirklich-Einlassen sind für ihn die Grundlage, um im Tanz aus dem Vollen zu schöpfen. Weitere Einflüsse stammen von seinem Studium verschiedener Kampfkünste und der Craniosacral Therapie sowie seiner eigenen Forschungsarbeit (u.a. zu den Faszien und zum Bodymind).